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Im Nebel

Wir wandern durch den herbstlich gelben Wald, steil den Berg hinauf - aus einem silbergrauen Oktoberhimmel nieselt es langsam, aber stetig auf uns und unsere Rucksäcke hinab.

Die Nebelschwaden, die uns seit der Kaiserbuche begleiten, werden immer dicker - so dicht, daß ich Erdnuß, der - wie meistens - wieder einige Meter hinterher hinkt, nicht mehr sehe. Ich denke: hoffentlich haben Wolfgang und David das Feuer angemacht.

Vor uns jetzt der letzte Berg: steil, unfreundlich und kaum sichtbar. Die alten Buchen ragen aus dem Boden wie mahnende, schwarze Finger: Lieber schnell, sonst kriegen wir Euch! Die Gruppe hinter mir ist schon zu erschlagen und bedrückt, um sich noch zu beklagen. Eben hat auch die Dämmerung eingesetzt und bis wir die Hälfte des Berges hinter uns haben, ist der Wald in ein graues, gespenstiges Halbdunkel getaucht.

Dann sind wir oben, aber Verzweiflung macht sich bei den Läufern breit: Wo ist sie denn? Der Nebel ist zu dicht und es ist zu dunkel. Langsam tasten wir uns den eigentlich so bekannten Weg entlang - vorbei an den Bänken und dann ist da das Tor!

Jetzt vor uns ein gelbes Viereck in der Nacht: angekommen. Beim weitergehen werden die Schemen der Hütte langsam sichtbar: Das alte Dach, die überstehende Kante, die Veranda und schließlich die Tür. Wir stürzen hinein.

Das Feuer ist rauchig, aber warm - schnell die Klampfe ausgepackt, um den Ofen gesetzt: Endlich da.

kaju

 
feuerkreis/lagerfeuergeschichten/im_nebel.txt · Zuletzt geändert: 02/01/2006 von kaju

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